Wir machen nichts Lebensfremdes, sondern sind mittendrin…

Wir waren zur Halbzeit der Ferienfreizeit „Klangbilder“ mit der Kamera dabei und haben von Christian Kabuß erfahren wollen, was da eigentlich inszeniert wird.

„In den letzten Tagen haben wir sehr viel über unsere Lebensentwürfe nachgedacht, Musik gemacht, Musik komponiert und die Kompositionen ausgearbeitet, die Ausarbeitung wieder einfließen lassen in die Grundidee der Komposition.
Ab heute wollen wir diese Komposition in andere Medien überführen. Wir machen Aufnahmen von unser Chor-/ Ensemblearbeit, von unseren Liedern, die wir komponiert haben und von unseren Perkussionsinstrumenten. Wir wollen das dauerhaft machen, etwas, was man vielleicht in you tube stellen kann, in seinen Gruppen versenden kann. Wir wollen ein bleibendes Ergebnis erzeugen. Ein kleines Ergebnis haben wir ja schon, das ist unsere Komposition.

Wenn wir die fotografieren, haben wir ein Werk, das wir auch behalten und mitnehmen können, jeder für sich auch aufführen kann, mit seinen Freunden, mit neuen Leuten.
Jetzt geht es darum, dass wir eine Aufführung des Werkes in die Welt hinaustragen. Der Unterschied zwischen Werk und Aufführung ist folgender: Das Werk ist das bleibende, was immer da ist. Zum Beispiel ist das Werk, was Bach vor 300 Jahren gemacht hat, bleibend, die Aufführung ist immer neu. Wenn wir in 20 Jahren eine Aufführung von unserer Komposition machen, hört sich die möglicherwiese anders an oder wir haben andere Schwerpunkte. Oder wir haben anderes Holz und dadurch eine andere Percussionssituation.

Der Ausgangspunkt war Kultur macht stark. Ich füge mal ein, Kultur macht UNS stark.
Wir haben gesagt, wir sind so stark, dass wir das können, was Bach oder was Beethoven kann. Oder was unsere Lieblingskomponisten machen können. Wir müssen nur einfach unsere eigenen Stärken einbringen.

Die meisten von uns können keine Noten, die meisten von uns können kein Instrument spielen. Aber wir sind wir selbst und wir haben jeder von sich aus ein Element.

Tim´s Zylinder oder die Skizze von dem Regen von Mei Ling, Lukas Gesicht oder Mellie´s expressive, ausdrucksstarke Zeichnung. Jeder hat von sich ein Zeichen eingegeben und damit die Komposition begründet.

Ein paar haben sich aus unseren Übungen ergeben, als wir uns in den Bauch geboxt haben oder an der Augenbraue oder Schläfe rumgefummelt haben.

Das sind Elemente, die auch von uns kommen. Die hatten Beethoven oder Bach nicht gehabt. Die haben sich vielleicht nicht so getraut, die saßen alleine in Leipzig und mussten komponieren, und wir machen das eben mit unseren Mitteln. Und wir sind Komponisten, so wie die ganz Großen unserer Zunft. Das war unser Ausgangspunkt und daran haben wir haben die letzten Tage gearbeitet.

Künstler/Bildkünstler sind wir auch geworden. Wir haben einen eigenen Ansatz, dass wir unsere großformatigen Werke auf Musik beziehen. Das machen nicht sehr viele Künstler, das ist ein eigener Kunstbereich. Wir haben gelernt, dass Bildkunst – unser Workshop heißt ja Klangbilder, also Bildkunst-, dass unsere Bilder Entsprechungen in der Musik haben. Also die Wiederholung, die Redundanz:

  • In Tim´s Bild die Beats in der Musik, die verschiedenen Farben dabei als Klangfarben zu interpretieren.
  • Das Dekor bei Marti, die in der Musik bedeutungslose Elemente haben, die dekorativ sind und in Beziehung zueinander gesetzt werden. Das sind Elemente, die in der Musik wie auch bei den Bildern vorkommen.
  • Oder eben das Verhältnis von Figur und Grund, in Jeanette´s Beispiel.

Als Bild sehen wir das hier, aber das gibt es nochmal als Melodie und einen Hintergrund, den wir gestern nochmal im Lied erzeugt haben. Dass man singt und sich das Singen über den Hintergrund der Begleitung erhebt.

Ein anderes Beispiel sind Illustrationen. Mei Lings Arbeit ist eine Illustration des Schreies, wie Schallwellen, die von einem offenen Mund ausgehen.

Von der Qualität her kann Mei Ling auch zu ihren eigenen Fragen ihre eigenen Illustrationen zeigen, nämlich zu ihren Überlegungen zu Nachhaltigkeit usw., also Verbindungen über die Zeichnung zu anderen Themen herstellen, die uns ankoppeln an das Leben.
Wir machen nichts lebensfremdes, sondern sind mittendrin…“

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